Über den Trauerfall (3)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Franz-Joseph Feuerborn, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, Hamm
10.07.2009 um 09:33 Uhr von VRSÜber Jahrzehnte setzte sich Franz Joseph Feuerborn für die Deutschen ein, die in Folge des Zweiten Weltkriegs im Osten ihre Heimat verloren. Der Kreisvorsitzende der Vertriebenen ist jetzt im Alter von 83 Jahren verstorben.
Geboren wurde er in Gütersloh. Als "Stadtverdrängte" siedelte die Familie Feuerborn schon 1928 nach Pommern über. Der Vater übernahm dort ein 400 Hektar großes Gut, das Gut Dimkuhlen, im Kreis Belgard. Franz Joseph Feuerborn wuchs in Pommern auf und ging 1943 freiwillig zum Militär. Aus der Kriegsgefangenschaft wurde er nach Gütersloh entlassen.
In Westfalen begann Franz Joseph Feuerborn seine landwirtschaftliche Ausbildung, absolvierte anschließend die Höhere Landbauschule in Soest und beendete sie mit dem staatlich geprüften Landwirt. Auf dem Lehr- und Versuchsgut "Haus Düsse" wurde er Verwalter und gründete seine Familie. Anschließend übernahm er den Pachtbetrieb seines Schwiegervaters, den 130-Hektar-Betrieb im niederrheinischen Kreis Euskirchen, "Haus Bollheim". Vor dem Braunkohletagebau musste er weichen, das empfand er für sich als dritte Vertreibung.
Er kam nach Soest zurück und war bei der Kreisverwaltung angestellt, auch als landwirtschaftlicher Sachverständiger tätig. Immer engagierte er sich ehrenamtlich. Stets trat er für die Vertriebenen und Flüchtlinge ein. Er engagierte sich in der Vertriebenen-Verbandsarbeit, dort wo er stand. Feuerborn war lange Zeit im Bund der Vertriebenen (BdV), Orts- und Kreisverband, ebenso auch im Bauernverband der Vertriebenen, bis in die Landes- und Bundesebene, aktiv.
Nach der Wende im Ostblock half er den oberschlesischen Bauern, den Mitgliedern der deutschen Minderheit, sich fachlich auf die europäische Marktwirtschaft vorzubereiten, indem er Schulungen auf "Haus Düsse" organisierte. Ebenso half er in seiner nächsten Umgebung den Aussiedlern und Spätaussiedlern bei ihrer Eingliederung. Bei seinen Vorträgen merkt man, wie sehr sein Herz an der Heimat im Osten hängt.
Seit dem Sommer 2004 bot sich die Nutzung der ehemaligen Adam-Kaserne in Soest zur Begegnungs- und Erinnerungsstätte des BdV-Kreisverbandes Soest an. Gemeinsam mit dem Vorstand baute er die Ostdeutschen Heimatstuben auf.
Von Antonina Domke, Soest
11.07.2009 um 11:53 Uhr von VRSIm Namen des Kultur- und Geschichtsvereins der Deutschen aus Russland "KutlurA-Z" e. V.
Seit nunmehr 13 Jahren haben die Deutschen aus Russland in Person von Herrn Feuerborn einen hilfsbereiten Freund und sachkundigen Ratgeber in allen Lebensnotlagen gekannt. Ob man ein Problem mit dem Amt hatte oder im Paragrafendschungel nicht mehr weiter fand - immer hat Herr Feuerborn einen mit vollem Einsatz unterstützt.
Er verteidigte jeden Einzelnen und wurde nicht müde, die wahren Gründe unserer Einwanderung in die historische Heimat zu erklären.
Als sich unsere Gruppe vor drei Jahren organisieren wollte, um hier in Soest einen Verein zu gründen, stand er uns zur Seite. Er setzte sich dafür ein, dass wir Räume in der Adam-Kaserne bekamen und legte sogar selbst die Hand an, indem er Türschlösser einbaute oder Fenster ausbesserte.
Wir haben ihm zu verdanken, dass unsere Begegnungsstätte mit dem kleinen Museum der Russlanddeutschen Kultur und Geschichte ein Teil der Mietergemeinschaft der Adam-Kaserne geworden ist.
Herr Feuerborn lud unseren Chor oft zu den Veranstaltungen des Bundes der Vertriebenen ein ? und schuf somit eine Brücke nicht nur zwischen den Schicksalsgefährten, sondern auch zwischen den Generationen.
Mit seinem großartigen ehrenamtlichen Engagement war er für alle ein Vorbild in Toleranz und Völkerverständigung.
Wir werden ihn für immer in unseren Herzen bewahren...
Von Martin Schulze Kelling, Bestensee
17.07.2009 um 17:18 Uhr von VRSErst am Tage der Beerdigung habe ich die traurige Nachricht erhalten. Aufgrund der Entfernung war es mit dann leider nicht möglich, ihm das letzte Geleit zu geben. Mein Herz ist von aufrichtiger Trauer erfüllt. Ich fühle mit der Familie. Martin