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Heinz Wilhelm

* 10.05.1912
† 26.01.2009
Erstellt von Westfälischer Anzeiger

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Ein Mann, der einen Gedenkbaum pflanzt

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Neueste Einträge (4)

Von Wolfgang Lohmann, Sandbostel-Mintenburg

29.01.2009 um 22:40 Uhr von VRS
Verehrte Frau Wilhelm, seit 2002 wohne ich in Niedersachsen, halte aber nach wie vor die Lüdenscheider Nachrichten und bin tief betroffen durch die Nachricht vom Tode Ihres Mannes. Zu seinem Heimgang spreche ich Ihnen und Ihrer Familie mein herzliches Beileid aus. Die vielen Begegnungen mit Heinz Wilhelm, vor allem im Rahmen der Vereinigung Alter Burschenschafter, waren stets freundschaft-lich, amüsant und unvergesslich. Ich habe von seiner gewinnenden Art viele Erinnerungen mit in meine "neue Heimat" nehmen können und bin dankbar dafür. Möge die Liebe und Fürsorglichkeit Ihrer Familie Ihnen die Kraft geben, sein Sterben nach einem erfüllten Leben zu akzeptieren und den Schmerz zu überwinden. Mit stillem Gruß Ihr Wolfgang Lohmann

Von Irmgard Wilhelm, Lüdenscheid

29.01.2009 um 22:32 Uhr von VRS
Verehrte Frau Wilhelm, seit 2002 wohne ich in Niedersachsen, halte aber nach wie vor die Lüdenscheider Nachrichten und bin tief betroffen durch die Nachricht vom Tode Ihres Mannes. Zu seinem Heimgang spreche ich Ihnen und Ihrer Familie mein herzliches Beileid aus. Die vielen Begegnungen mit Heinz Wilhelm, vor allem im Rahmen der Vereinigung Alter Burschenschafter, waren stets freundschaft-lich, amüsant und unvergesslich. Ich habe von seiner gewinnenden Art viele Erinnerungen mit in meine "neue Heimat" nehmen können und bin dankbar dafür. Möge die Liebe und Fürsorglichkeit Ihrer Familie Ihnen die Kraft geben, sein Sterben nach einem erfüllten Leben zu akzeptieren und den Schmerz zu überwinden. Mit stillem Gruß Ihr Wolfgang Lohmann

Von Trauer.de Redaktiomn, Hamm

29.01.2009 um 07:05 Uhr von VRS
Nach langer, schwerer, mit großer Geduld und eiserner Disziplin ertragener Krankheit starb Professor Heinz Wilhelm im hohen Alter von 97 Jahren - er war gelassen und dankbar für ein Leben mit der Musik. Der Zeitlichkeit gleichsam enthoben, war Heinz Wilhelm durch seine musikalische und berufliche Tätigkeit nur im Bewusstsein derjenigen Lüdenscheider präsent, die das kulturelle Leben im Lüdenscheid der Nachkriegszeit und der beginnenden 50er Jahre erlebten bzw. in der Erinnerung der Lehrer, die während ihrer Ausbildung das Glück hatten, von ihm unterrichtet und betreut zu werden. 1912 in Solingen geboren - die Nähe zum Rheinland ließ sich in seinem fröhlichen Wesen allzeit spüren - studierte er an der Kölner Musikhochschule und Universität, legte 1938 das Staatsexamen in Musik für das Höhere Lehramt und 1940 das Assessorexamen ab. 1943 wurde er in Russland verwundet: Der Armdurchschuss sollte für immer das geliebte Klavierspiel beeinträchtigen. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterrichtete er für ein halbes Jahr als Studienrat das Fach Musik am Städtischen Lyzeum in seiner neuen Heimatstadt Lüdenscheid, und 1947 übernahm er an der neu gegründeten Pädagogischen Akademie Lüdenscheid die Dozentur für Musikerziehung. Die Zeit nach 1945 war auf kulturellem Gebiet durch den großen Nachholbedarf an zeitgenössischer Musik gekennzeichnet, und so nahm Heinz Wilhelm folgerichtig in die Programme der insgesamt 16 Sommer- und Winterkonzerte der von ihm und seiner Frau Irmgard 1947 gegründeten Lüdenscheider Musiziergemeinschaft neben den "Klassikern" unter anderem Werke von Bartok, Hindemith und Orff auf. Diese im Stadthaussaal aufgeführten Konzerte erfreuten sich größter Beliebtheit und mussten regelmäßig wiederholt werden. Als Solist wirkte unter anderem der Flötist Hans-Martin Linde mit. Nach der Auflösung der Pädagogischen Akademie im Jahre 1953 setzte Heinz Wilhelm seine Dozententätigkeit an der PH in Kettwig fort und erhielt 1963 einen Ruf als Professor für Musik und ihre Didaktik an die neu gegründete Hochschule in Hagen. In seiner Lehrtätigkeit widmete er sich besonders der Pflege des altdeutschen, des zeitgenössischen Volksliedes und der europäischen Folklore, fernab von den pathetisch-sentimentalen Liedern des 19. Jahrhunderts. Die Semesterkonzerte der Hagener Hochschule, in denen auch musikalisch-blutvolle und strukturell hervorragend komponierte Sätze aus eigener Feder aufgeführt wurden, vermittelten lebendige und reichhaltige Eindrücke dieses erfolgreichen Schaffens. Während der "wilden" 68er an den Hochschulen verstand es Heinz Wilhelm, seine Studenten um seinen Flügel zu versammeln, um mit ihnen zu musizieren. Als Hochschullehrer, der selbst didaktisch hervorragend arbeitete und seine Studenten zu motivieren vermochte, war er im Umgang mit den künftigen Lehrern allzeit freundlich, immer verständnisvoll und ungemein hilfsbereit - in den Inhalten der Musik und ihrer Didaktik streng sachbezogen und konsequent fordernd. Nach seiner Emeritierung an der Universität Dortmund widmete sich Heinz Wilhelm weiterhin der Musik, musizierte und las viel. Er zeichnete sich bis in seine letzten Tage durch eine unglaubliche geistige Vitalität und Aufgeschlossenheit aus - bis zum Schluss war sein fachlicher Rat gefragt. Winfried Noelke

WESTFÄLISCHER ANZEIGER

vom 28.01.2009