Profilbild Helene Schulze-Everding

Helene Schulze-Everding

† 04.04.2007
Erstellt von Westfälischer Anzeiger

2.216 Besuche

Freunde auf diese Seite einladen

Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Helene Schulze-Everding, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

10.04.2007 um 18:11 Uhr von VRS
Mit 17 Jahren leitete sie bereits die Frauenschola der St. Stephanus-Gemeinde. Als Organistin spielte sie zunächst in der Kapelle des St.-Josef-Krankenhauses und half in Christus-König aus. Bereits in den Kriegsjahren spielte sie die Orgel von St. Pankratius. Nach der Bombardierung und Zerstörung der Kirche gestaltete sie die Gottesdienste in der Notkirche des Pfarrheims auf dem Harmonium musikalisch mit. In den Nachkriegsjahren hat sie gänzlich den Organistendienst in St. Pankratius übernommen. Bis zu ihrem 86. Lebensjahr hat sie durch ihre Musik unsere Gottesdienste bereichert. Im Seniorenstift Ludgeri, in dem sie das letzte Jahr gewohnt hat, schenkte sie durch ihr ermunterndes Klavierspiel ihren Mitbewohnern einige frohe Stunden. Hauptberuflich war Leni Schulze-Everding Musiklehrerin für Flöte und Klavier - zunächst an der Kreismusikschule Lüdinghausen und später an der Musikschule der Stadt Hamm. Diese Tätigkeit öffnete ihr den Zugang zu jungen Menschen, mit denen sie sich bis ins hohe Alter immer verbunden gefühlt hat. Sie verstand es, Kinder und Jugendliche für die Musik zu begeistern und durch ihre liebevolle Art "bei der Stange zu halten". So wurde vor mehr als 30 Jahren der Grundstein für den Instrumental-kreis St. Pankratius gelegt, der in festlicher Weise jährlich den Heilig-Abend-Gottesdienst gestaltet. Zum Weihnachtsfest 2006 konnte "ihr" Instrumentalkreis noch den Gottesdienst im Seniorenstift Ludgeri mitgestalten und mit Tante Lenis Begleitung am Klavier das "O du Fröhliche" anstimmen. In vielen traurigen und schweren Gottesdiensten konnte sie durch ihre Musik Trost spenden. Sie lebte von der Kirchenmusik, mit der Musik und für die Musik. Ihre Liebe galt vor allem dem lateinischen Choral, der Instrumentalmusik und der deutschen Dichtung. Für ihr Lebenswerk wurde Tante Leni von der Pfarrgemeinde mit dem Pankratiusrelief geehrt. Das Bistum Münster verlieh ihr in Anerkennung ihrer Verdienste um die Kirchenmusik zum 85. Geburtstag die Palestrina-Medaille. In den Herzen und Gedanken von vielen ist sie nach wie vor präsent, so wie man sie gekannt hat: fröhlich, liebevoll, mit einer herzlichen Ausstrahlung, die ansteckend war.