Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Karl Kotzem, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, Hamm
26.02.2009 um 09:32 Uhr von VRSEin aufrechter Handwerksmeister hat den Schmiedehammer für immer aus der Hand gelegt. Der als Erfinder von Spezialgeräten für die Garten- Landschafts- und Sportplatzpflege bundesweit geschätzte Schmiedemeister Karl Kotzem aus Brockhausen verstarb am vergangenen Sonntag, 21. Februar, in der Geborgenheit seiner Frau Inge und seiner Familie.
Geboren wurde Kotzem am 27. März 1932 in Oberschlesien. Seine Jugend verlebte er im Kreis Neustadt. Er wäre im kommenden Monat 77 Jahre alt geworden. In den Wirren der Nachkriegszeit verschlug es den Vater, die beiden Brüder und die Schwester Kotzems schließlich in den Raum Soest. Arbeit fand Kotzem zunächst im Haus Brockhausen bei Baron Sturm von Kleinesorgen, von hier aus erbaute er mit den Brüdern den kleinen Kotten in der Nachbarschaft.
Später arbeitete er in verschiedenen Schmieden in der Umgebung. Vom E-Lager im Soester Süden führte der Berufsweg über die Firma Heinert, die Firma Weiste und das THW den rührigen und rastlosen Handwerker als Werkmeister zum Bundesvermögensamt. Hier wunderte sich Karl Kotzem, wieviel Arbeitskraft zum Beispiel für Pflegearbeiten in den Grünflächen benötigt wurde und so entwickelte er erste Gerätschaften für die Gartenpflege wie zum Beispiel Kantenschneider.
Er widmete sich neben seiner Familie besonders seinem idyllischen Garten am westlichen Ortsrand von Brockhausen. Nach der Pensionierung setzte Kotzem seine Ideen in weitere Erfindungen um. In seiner Werkstatt konstruierte, tüftelte und schmiedete er, bis neue mechanische Geräte zum Jäten, Hacken oder Pflügen in die Produktion gehen konnten. Viele Kommunen sind noch heute dankbar für Geräte, die mit Leichtigkeit Kanten schneiden, Unkraut entfernen oder Oberflächen von Aschenplätzen verbessern.
Bis zuletzt war Karl Kotzem aktiv bei der Neu- oder Weiterentwicklung seiner Entwicklungen. Nun wird das Schmiedefeuer in seiner kleinen Werkstatt auf dem Lande für immer verloschen bleiben.
J Dümi