Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Kurt Rittinghaus, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, Hamm
16.02.2009 um 10:04 Uhr von VRSWenige Monate vor Vollendung seines 85. Lebensjahres verstarb am Mittwoch Kurt Rittinghaus. Der Evangelist wurde in seiner Kindheit durch sein christliches Elternhaus geprägt. Im 2. Weltkrieg, als er als junger Soldat in Russland war, machte er sich ein Wort aus dem 118. Psalm zur Lebensdevise, an das er sich nach seiner Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft gehalten hat: "Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen".
Nach seiner Heirat mit Ehefrau Gertrud 1953 ging Kurt Rittinghaus, der seine kaufmännische Ausbildung im Sauerland absolviert hatte, aus beruflichen Gründen nach Süddeutschland. Dort eignete er sich theologische Kenntnisse an - unter anderem durch den Besuch theologischer Vorlesungen an der Universität Tübingen, die ihn dazu befähigten, Predigtdienste zu übernehmen. Dem Württembergischen Brüderbund, einer Landeskirchlichen Gemeinschaft in Süddeutschland, fühlte er sich zeitlebens eng verbunden. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben kehrte er 1980 ins Sauerland zurück. Er übernahm Aufgaben als Trauerredner.
Doch schweren Herzens musste er alle diese Dienste im Alter von 78 Jahren aufgeben, weil er die Versorgung seiner inzwischen pflegebedürftigen Ehefrau übernehmen musste und auch selbst gesundheitlich stark angeschlagen war.
Kurt Rittinghaus, durch dessen in Stuttgart geknüpfte Verbindungen zu japanischen Musikern auch in Lüdenscheid und Umgebung viel beachtete Konzerte zustande kamen, hat während seines langen Krankenlagers in der Bergstadt und in Attendorn viel Unterstützung durch Freunde von der hiesigen Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde erfahren. Viele der hier geknüpften Verbindungen blieben bestehen, nachdem der in Süddeutschland lebende Sohn Volker seine Eltern unweit seiner Wohnung untergebracht hatte, um ihnen räumlich wo nahe wie möglich zu sein. Außer seinen Angehörigen trauern viele Lüdenscheider um ihn, die ihn während seines langen ehrenamtlichen Dienstes kennen und schätzen gelernt haben.
Ingrid Weiland