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Louisa Neuhaus

* 05.12.2005
† 08.04.2007
Erstellt von Westfälischer Anzeiger

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Louisa Neuhaus, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

10.04.2007 um 17:59 Uhr von VRS
Zum Schluss ging alles ganz schnell, schlief die kleine Louisa in den Armen ihrer Mutter friedlich ein. Das leukämiekranke Mädchen, dessen Schicksal seit einem Jahr die Menschen in Werl und Umgebung bewegt, starb am Vormittag des Ostersonntags im Kreise ihrer Familie. Für die im Dezember 2005 geborene Louisa endet an Ostern ein Leidensweg, in dessen Verlauf es immer wieder Gründe zur Hoffnung gibt. Vor etwas mehr als einem Jahr wird bei der Kleinen Leukämie diagnostiziert, eine Stammzellen-transplantation durch die eigene Zwillingsschwester soll das damals nur drei Monate alte Kind retten. Doch bevor es dazu kommt, stellen die Ärzte auch bei Chiara Leukämie fest. Die Eltern Harald und Sabine Neuhaus gehen mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit. Sie hoffen, auf diesem Weg einen passenden Stammzellen-spender für ihre zwei kleinen Töchter zu finden. Denn weder sie noch die drei großen Söhne der Familie kommen hierfür in Frage. In den folgenden Monaten lassen sich mehrere tausend Menschen typisieren - leider jedoch ohne Erfolg für die Zwillinge. Die kleine Louisa und ihre Schwester Chiara werden so jedoch schon als Babys mittelbar zu Lebensrettern, denn inzwischen spendeten drei dieser für sie typisierten Menschen Stammzellen für andere Leukämie-Patienten, die nun eine neue Chance auf Leben haben. Im Laufe der Monate müssen sich beide Mädchen immer wieder verschiedenen Therapien unterziehen. Während Chiara große Fortschritte macht und inzwischen zumindest nicht mehr zur Hochrisiko-Gruppe zählt, verschlechtern sich Louisas Werte. Schon vor Weihnachten machen die Ärzte der Familie keine Hoffnung mehr. Louisas Zustand stabilisiert sich jedoch noch einmal, sie spielt und lacht mit der Schwester. Im März verschlechtert sich ihr Zustand dann aber erneut. Die Familie weiß, dass sie sich bald von ihrem "Lischen", wie sie die Kleine liebevoll nennen, verabschieden muss. Am Ostersonntag dann hört Louisa im Kreise ihrer Angehörigen zu atmen auf. An einem wunderschönen, sonnigen Morgen. "An einem besonderen Datum", wie die Eltern dem Sohn Leon erklären. Denn der wird an diesem Tag neun Jahre alt. Lange genug hat man mit Louisa gelitten, lange genug hat man schon getrauert, sagt die Familie. Deshalb entscheiden sich die Eltern jetzt auch zu einem außergewöhnlichen Schritt. Sie bitten darum, dass auf Louisas Beerdigung keine schwarze Trauerkleidung getragen wird. Man möchte in einem kindgerechten Rahmen Abschied von der kleinen Tochter nehmen.