Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Magdalene Othlinghaus, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, Hamm
20.12.2008 um 12:29 Uhr von VRS"Im Umgang mit den Menschen mit geistiger Behinderung überwog die von Herzen kommende Milde und Güte." Ein Satz, der für Menschenliebe und eine Philosophie der Friedfertigkeit und Hingabe steht - geschrieben vom Vorsitzenden der Lebenshilfe, Friedrich Linden, verfasst im Gefühl tiefer Trauer. Der Satz gilt Magdalene Othlinghaus, die 83-jährig gestorben ist.
Kaum ein Name in Lüdenscheid ist mit dem der Lebenshilfe so eng verbunden wie Magdalene Othlinghaus. Der Erwerb des Gutshofes Wigginghausen, die Einrichtung einer Frühförderstelle, ein offenes Sportangebot für Behinderte oder die Einrichtung der ersten Außenwohngruppe an der Hotopstraße - dies sind Projekte, die für Sympathie und Solidarität der Lüdenscheider Bevölkerung mit geistig Behinderten gesorgt haben und hinter denen die zuweilen energisch zupackende Frau aus dem Mintenbecker Tal stand.
Die gelernte Verwaltungskraft - bis ins Alter von 65 Jahren arbeitete Magdalene Othlinghaus im Jugendamt der Stadt - setzte ihre ganze Erfahrung und Kraft für den Verein ein. 1970 wurde sie zur 2. Vorsitzenden gewählt, 1991 übernahm sie kommissarisch den Vorsitz und wurde 1993 regulär in dieses Amt gewählt. Sechs Jahre später gab sie den Vorsitz an Ansgar Röhrbein ab und wurde Ehrenvorsitzende. Doch sie hielt Kontakt, arbeitete im Hintergrund weiter und blieb bis zuletzt der "gute Geist" der Lebenshilfe.
1995 verliehen ihr die Lüdenscheider Nachrichten den Bürgerpreis und würdigten damit ein unvergleichliches Lebenswerk: ein tolerantes Zusammenleben zwischen geistig Behinderten und "anderen Menschen", wie Friedrich Linden schreibt. "Wir haben ihr sehr viel zu verdanken."