Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Peter Mehl, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau
27.12.2007 um 19:58 Uhr von VRSAm Heiligen Abend hätte er seinen 72. Geburtstag feiern können, doch wenige Tage zuvor ist er gestorben. Peter Mehl, seit 35 Jahren Geschäftsführer des Athletic-Clubs (AC) Soest, erlag wenige Tage vor Weihnachten einer schweren Krankheit, der er solange energisch Widerstand geleistet hatte.
Der Mitbegründer des AC hinterlässt eine große Lücke im Sportgeschehen der Kreisstadt und weit darüber hinaus. "Er war ein Hans Dampf in allen Gassen", wussten sich Vorsitzender Hartmut Brünemann und Kassierer Gerd Oertel der stets uneingeschränkten Unterstützung durch ihren ältesten Vorstandskollegen sicher.
Dabei war Peter Mehl selbst nie aktiver Gewichtheber, kam eher durch Zufall zur Schwerathletik. Als Spätaussiedler, 1935 im schlesischen Oppeln geboren und nach dem Krieg 15 Jahre im Riesengebirge ansässig, kam er 1958 nach Deutschland und 1962 nach Soest. Mit seinen Polnisch-Kenntnissen war er den Soester Gewichthebern eine große Hilfe, als 1970 ein Junioren-Länderkampf zwischen Deutschland und Polen in der Bördemetropole stattfand.
Das war die Initialzündung für eine dreieinhalb Jahrzehnte währende Treue zu den Gewichthebern, denen er seit der Vereinsgründung 1972 stets die Geschäfte führte. Hundertprozentige Loyalität zum Vorsitzenden war für ihn eine Selbstverständlichkeit, ob unter Werner Hufnagel oder dessen Vorgänger und Nachfolger Hartmut Brünemann.
Auch im Verband machte er sich einen Namen, fungierte bei mehreren internationalen Großveranstaltungen als Dolmetscher und Betreuer polnischer Delegationen. So war er 1977 bei der WM im Stuttgart ebenso im Einsatz wie bei der Jugend-EM vor erst vier Jahren in Dortmund.
Mehl war auch bei den jungen Athleten, die seit einiger Zeit wieder in immer größerer Zahl zum Training kommen, eine stets geachtete Autorität. Fast an allen Übungsabenden war er vor Ort; früher im Keller der Patrokli-Schule, zuletzt in den Gemäuern der Adams-Kaserne.
Der fortwährende Kontakt zu jungen Leuten war ihm überaus wichtig. "Meine Altersgenossen sprechen doch nur über Krankheiten", machte er aus seiner Meinung keinen Hehl. Kraft gab dem gläubigen Katholiken auch die Kirche. So beteiligte er sich viele Jahre am Aufbau der Krippe im Patrokli-Dom.
Seine Lebensaufgabe aber war der AC Soest, dessen Archiv er in den wechselvollen Jahren der Vereinsgeschichte akribisch geführt hat. Auch viele Pokale, die die Erfolge der Soester Heber dokumentieren, hatten bei ihm ein Zuhause. Jetzt wollen die ACler dafür einen geeigneten Platz suchen - auch zum Gedenken an ihren langjährigen Weggefährten Peter Mehl.