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Manfred Kuder

* 15.09.1911
† 19.03.2008
Erstellt von Westfälischer Anzeiger

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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Manfred Kuder, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

19.03.2008 um 19:58 Uhr von VRS
Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Kuder hatte 1945 in Soest einen Mann wieder getroffen, den er aus seiner Berliner Studentenzeit kannte: den ehemaligen preußischen Kultusminister Dr. Otto Boelitz. Der bedeutende Schulmann, der das Soester Archigymnasium und zuvor die deutschen Schulen in Brüssel und Barcelona geleitet hatte, war nach dem Krieg politisch unbelastet und fühlte sich berufen, beim Aufbau eines neuen Staates politisch aktiv zu werden. Boelitz machte den jungen Studienrat Kuder, damals 34 Jahre alt, zu seinem Sekretär und beteiligte ihn an den schwierigen Entwicklungsarbeiten für eine demokratische Partei, die spätere CDU. Als diese Aufgabe geschafft war, machte sich Kuder in Soest selbständig und gründete zunächst die Schülerzeitschrift "Der neue Scholar", die zum Forum aller höheren Schulen in Westfalen wurde. 1952 organisierte er eine "Musische Woche der höheren Schulen Nordrhein-Westfalens". Sie brachte 15 000 Schüler nach Soest, die hier in nur einer Woche 43 Theater- und Musikaufführungen sahen. Als Kuder Mitte der 50er Jahre Soest verließ, wurde die weite Welt sein Feld. Er begann sein Wirken mit dem Aufbau eines deutschen Kulturinstituts in Lissabon. Später wurden alle Länder portugiesischer Sprache in aller Welt sein Wirkungsfeld. Sechs Jahre verbrachte er an der Universität auf Taiwan. Der einstige Studienrat wurde Professor und mehrfacher Ehrendoktor. Er hielt Vorlesungen an Universitäten in der ganzen Welt, schrieb viele Bücher und gründete eine Reihe politisch-wissenschaftlicher Gesellschaften. Seinen Lebensabend verbrachte er in der Nähe der Familie seiner Tochter Waltraud, der Ehefrau des Soester Malers Fritz Risken.